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Schnittschutzhandschuhe für Polizei, Justiz und Sicherheitsdienste

Als Fachhändler statten wir seit über 20 Jahren ganze Dienststellen mit normgeprüften Schnittschutzhandschuhen aus, die exakt auf die harten Anforderungen im Einsatzalltag zugeschnitten sind.

Bei einem Messerangriff trifft es die Hände zuerst – nicht weil jemand darauf zielt, sondern weil Du sie hochreißt. Schnittschutzhandschuhe sind deshalb kein Zubehör, sondern die Schicht, die zwischen einer Abwehrverletzung und einer durchtrennten Sehne steht. Aus mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung als Ausrüster wissen wir, worauf es bei dieser Produktgattung ankommt, und wählen schnittfeste Handschuhe nach drei strengen Kriterien für Dienststellen: geprüfte Schnittschutzklasse, ausreichend Tastgefühl für Waffe und Fessel, und eine Passform, die den Schutz auch dort hält, wo er hingehört.

Schnittschutzklassen: was die Ziffern und Buchstaben bedeuten

Auf jedem geprüften Handschuh steht die Norm EN 388 mit einer Kennzeichnung. Für den Schnittschutz sind zwei Werte relevant, und sie stammen aus unterschiedlichen Prüfungen.

  • Das Rundklingenverfahren nach EN 388 zieht eine rotierende Klinge über das Material und stuft von 1 bis 5. Die Schnittschutzklasse 5 ist hier der Höchstwert.
  • Beim Prüfverfahren nach ISO 13997 drückt eine frische Klinge mit definierter Kraft über die Probe. Ergebnis sind die Stufen A bis F, gemessen in Newton – Stufe C entspricht 10 Newton, Stufe F liegt bei 30 Newton und darüber.

Der Grund für zwei Skalen: Beim Rundklingenverfahren stumpft die Klinge an sehr schnittfesten Fasern ab, das Ergebnis fällt dann zu gut aus. Die ISO-Prüfung ist deshalb die belastbarere Zahl. Ein Handschuh mit Schnittschutzklasse 5 und Stufe C ist im Dienst ehrlicher eingeordnet als einer, der nur mit der Ziffer wirbt. Höher ist trotzdem nicht automatisch besser – mit einem Handschuh der Stufe F bekommst Du eine Handschelle nicht mehr sauber geschlossen.

Kevlar, Aramid und die Alternativen

Der Klassiker sind Aramidfasern, im Handel meist unter dem Markennamen Kevlar bekannt. Kevlarhandschuhe nutzen eine hitzebeständige, extrem zugfeste Faser, die die Schneide verhakt, statt sie durchzulassen. Nachteil: Dauerhafte UV-Strahlung baut das Material ab, und Weichspüler legt sich auf das Gewebe und kostet Schutzwirkung.

Hochfeste Polyethylenfasern fühlen sich kühler an und tragen sich im Sommer angenehmer, vertragen aber keine Hitze. Viele diensttaugliche Modelle mischen beide Fasern mit Glasfilamenten oder feinem Stahldraht im Kern und ziehen darüber eine Beschichtung für den Griff. Lederhandschuhe mit Schnittschutz kombinieren die Abriebfestigkeit von Ziegen- oder Rindsleder auf der Handinnenfläche mit einem Aramidfutter – die verbreitetste Bauart im Streifendienst, weil sie nach Dienstkleidung aussieht und trotzdem schützt.

Ein Schnittschutzhandschuh aus Metall, also aus Ringgeflecht, taucht bei der Suche regelmäßig auf. Der stammt aus dem Lebensmittelhandwerk und hat im Dienst nichts verloren: zu schwer, kein Tastgefühl, keine Griffsicherheit.

Schnittfest heißt nicht stichfest

Das ist der Irrtum, der in der Praxis am teuersten wird. Schnitthemmende Handschuhe halten die Klinge auf, die über das Gewebe zieht. Ein gezielter Stich schiebt die Fasern auseinander, statt sie zu durchtrennen – und eine Injektionsnadel geht durch fast jedes Aramidgewebe hindurch. Auch der Durchstichwert in EN 388 hilft nicht weiter: Er wird mit einem Prüfdorn von 4,5 Millimetern gemessen, also mit etwas in der Stärke eines Schraubenziehers.

Wer Personen und Fahrzeuge durchsucht und mit Kanülen rechnen muss, braucht eine gesonderte Nadelstichprüfung nach ASTM F2878. Danach fragst Du gezielt, sonst bekommst Du sie nicht. Die passenden Modelle findest Du unter Durchsuchungshandschuhe. Wir sagen das offen, auch wenn es ein Verkaufsargument kostet: Ein Handschuh mit Schnittschutzklasse 5 ist kein Nadelstichschutz.

Handrücken, Stulpe und Ausstattung

Wo der Schutz endet, beginnt das Risiko. Prüf beim Kauf drei Übergänge.

  • Viele Modelle schützen nur die Handinnenfläche. Bei der Abwehr trifft die Klinge aber den Handrücken – achte darauf, dass die Schutzlage außen weiterläuft.
  • Eine verlängerte Stulpe schließt die Lücke zum Ärmel. Schnittschutzhandschuhe mit Stulpe sind erste Wahl, wenn Du keinen Armschutz trägst.
  • Der Daumenzwickel ist die Stelle, die als Erstes aufgeht. Schau Dir die Naht dort genau an.

Wasserdichte Schnittschutzhandschuhe mit Membran halten Nässe draußen, kosten aber spürbar Tastgefühl und Beweglichkeit. Für Dauerposten im Regen sinnvoll, für den Zugriff nicht. Bei den Größen gilt: Schnittschutzhandschuhe für Damen sind keine Marketingvariante, sondern eine eigene Schnittführung – ein zu großer Handschuh mit Überstand an den Fingerkuppen schützt schlechter, weil Du ihn beim Arbeiten auszieht.

Wann der Handschuh in den Müll gehört

Nach einem Schnitt, einem Durchstich oder einem Kontakt mit Glasscherben ist die Schutzlage an dieser Stelle durchtrennt – auch wenn der Handschuh äußerlich noch heil wirkt. Nach über 20 Jahren wissen wir: Der gefährlichste Handschuh ist der, dem Du vertraust, weil er noch gut aussieht. Kontrollier die Innenseite gegen das Licht, wasch nach Herstellervorgabe und ohne Weichspüler, und sortier konsequent aus.

Weitere Schutzstufen für Arme und Hals findest Du unter Schnittschutz, den Überblick über alle Bauarten bei den Schutzhandschuhen.

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